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Mein Haus habe ich für die Dauer meiner Reise an ein deutsches Ehepaar mit zwei Kindern vermietet.
Ich habe es seit 2004 natürlich noch ordentlich renoviert und weiter ausgebaut. Eine große Terrasse
mit einem entsprechenden Dach ist noch hinzu gekommen.
Auch der "Zirkuswagen" und der Tecker sind vor Verbesserungen nicht verschont geblieben.
Der "Zirkuswagen" hat ein neues Dach aus verzinktem Blech bekommen und ist jetzt hoffentlich
absolut wasserdicht. Das Grasdach ist in Portugal vollkommen vertrocknet und so habe ich es
komplett entfernt und durch das Blechdach ersetzt und das Dach wurde vollständig mit Styropor
isoliert.
Der Trecker hat einen Aufbau mit Klappen bekommen und in dem Aufbau sind z.T. die Ersatzreifen und
diverses Werkzeug untergebracht. Sieht alles sehr schick aus. Der Trecker hat noch für die Fahrt in
Marokko ein abnehmbares Gitter für die Windschutzscheibe und Gitter für die Scheinwerfer bekommen.
5.12.2007
Mittags um zwölf bin ich los gefahren. Am Briefkasten habe ich das Ladekabel von Telefon und GPS
verloren, habe es aber erst in Odemira gemerkt. Ich wollte mir dort ein neues kaufen, habe dort
aber leider keines bekommen. Bei Aldi habe ich noch die notwendigen Lebensmittel für die nächsten
Tage und dreißig Liter Salatöl als Treibstoff für den Trecker gekauft. Das Salatöl habe ich direkt
in den Tank gefüllt. Ich bin auf dem Parkplatz von zwei Deutschen auf meine Art zu reisen
angesprochen worden und wir haben uns kurz unterhalten. Ich bin dann weiter nach Sao Teotonio
gefahren und von dort aus in Richtung Saboia, weil ich in Moitinhas noch Elfi und Jürgen, ein
Ehepaar aus Bremen in meinem Alter, besuchen will. Auf einem Parkplatz in Varzea das Cima habe ich
angehalten um dort zu übernachten. Ich habe mir dann noch etwas zu Essen gemacht, Milchreis mit
Sauerkirschen, etwas was ich als Diabetiker eigentlich gar nicht essen darf aber ich kann deshalb
die Lebensmittel doch nicht alle fort werfen. Außerdem sind meine Werte recht niedrig.
6.12.2007
Es ist heute morgen bewölkt und neblig. Nach dem Frühstück wollte ich dann starten aber der Trecker
springt nicht an. Vermutlich habe ich gestern doch zu viel Salatöl in den Tank gekippt, wenn es zu
kalt ist zündet das Salatöl nicht so gut. Die Sonne ist jetzt um 11,30 Uhr immer noch nicht da aber
das Thermometer zeigt 18 Grad. Ich werde es gleich noch mal versuchen. Im Wald neben mir fallen
Schüsse, Donnerstag und Sonntag sind immer die Jagdtage in Portugal. Auf der Strasse hielt ein
VW-Passat mit portugiesischen Kennzeichen und der Fahrer fragte mich auf deutsch ob ich der Reisende
Ritter sei. Ich bejahte und schilderte ihm mein Problem. Der Deutsche sagte dass die bei dem Lokal
wo ich stand einen Trecker haben und ist auch gleich mit mir dorthin gegangen weil mein Portugiesisch
doch recht mangelhaft ist. Ein netter alter Herr ist dann auch gleich mit seinem Deutz-Trecker,
nicht so alt wie meiner aber immerhin ein Deutz, gekommen und hat mich angeschleppt. Ging auch sehr
gut und sehr schnell. Die Portugiesen sind allgemein sehr nett und hilfsbereit vor Allem auch
Ausländern gegenüber. Ich habe dann noch Elfi und Jürgen besucht und bin dann weiter gefahren.
Das GPS hatte diese Strasse nicht im Programm und als es dann funktionierte zeigte es mir dass ich
in Richtung Norden statt Süden fahren soll. Vermutlich wegen der Brücke über den Grenzfluss, denn
auf der Autobahn kann ich nicht fahren. Bin dann weiter bis nach Santa Clara gefahren und habe
oberhalb des Ortes auf einem leicht abschüssigem Parkplatz angehalten, damit ich notfalls den
Trecker auch anrollen lassen kann. Habe dann noch einen kleinen Spaziergang in den Ort gemacht und
meine Post eingeworfen. Mal sehen was der morgige Tag für mich bereit hält.
7.12.2007
Der Trecker sprang heute morgen gut an. Ich bin dann bis nach Santa Clara gefahren und habe auf dem
Parkplatz vor dem Ort gehalten und habe für 50 Cent in der öffentlichen Dusche heiß geduscht und
dann weiter gefahren. Das GPS führte mich weiter nach Norden in Richtung Beja. Etwa 4-5 Kilometer
vor Messejanes habe ich auf einem Parkplatz angehalten um die Nacht zu verbringen. Auf dem gleichen
Parkplatz stand auch noch ein portugiesischer LKW dessen Fahrer mich gleich ansprach. Als er merkte
dass ich Deutscher war, bat er lediglich um etwas Wasser um sich Hände und Gesicht waschen zu können.
Sonst war er sehr freundlich und auch sehr erstaunt dass ich deutsche Kennzeichen hatte. Nachts um
zwei ist er dann weiter gefahren, ich bin davon aufgewacht.
8.12.2007
Als ich morgens feststellte dass die Solaranlage weder Laptop noch GPS oder Handy auflud versuchte
ich die Firma Alsolar in Boa Vista anzurufen. Leider vergeblich, ich habe dann stattdessen den
Mitarbeiter der Firma, Herrn Marko Rothermund, angerufen der mir dann mitteilte dass heute der
8.12. Feiertag in Portugal sei und alle Läden geschlossen sind. Ich habe daraufhin beschlossen
zurück nach Sao Luis zu fahren. Gegen vier Uhr kam ich an und musste meinen Hausbewohnern erst
einmal erklären wieso ich denn schon wieder da sei. Meine Mieterin hatte am 5.12. in der Nähe des
Waschhauses mein Ladekabel gefunden und mit nach Hause genommen. Sie hat es mir dann gegeben, wofür
ich ihr unendlich dankbar bin.
9.12.2007
Wieder hier in Sao Luis auf meinem Grundstück habe ich erst einmal die Solarbatterien ausgebaut um
mit ihnen morgen zu der Firma Alsolar in Boa Vista zu fahren. Dort soll überprüft werden ob sie noch
genug Spannung haben oder ob ich neue brauche. Ansonsten habe ich noch einige Arbeiten am Trecker
durchgeführt. Es war den ganzen Tag stark bewölkt und es sah nach Regen aus, außer ein paar Tropfen
am Morgen hat es jedoch nicht geregnet und es war immerhin 18 Grad warm. Auch für Portugal im
Dezember ungewöhnlich warm.
10.12.2007
Meine Mieter haben mir ihr Auto geliehen damit ich mit meinen Solarbatterien zu der Firma Alsolar
nach Boa Vista dos Pinheiros fahren konnte. Dort wurden die Batterien überprüft und festgestellt
dass sie noch topp in Ordnung sind, jedoch der getaktete Wechselrichter ist kaputt und ich brauche
einen neuen. Ich habe ihn auch gleich bestellt und bezahlt, 422,80 Euro. Ich habe erst einmal
geschluckt als ich den Preis hörte aber es blieb mir nichts an Anderes übrig. Die haben mir dann
auch sehr fachmännisch etwas über Sinus und spitz oder eckig verlaufenden Stromwellen erzählt,
vielleicht war es auch anders, jedenfalls habe ich kein Wort davon verstanden. Dennoch glaube ich
dass die mir das richtige Gerät verkauft haben. Morgen kann ich es abholen. Die Batterien habe ich
wieder eingebaut und diesmal auch die Polklemmen vorher mit Vaseline eingefettet und richtig gut
angezogen. Gestern beim Ausbau hatte ich festgestellt dass sie doch recht locker saßen, vielleicht
war dass auch ein Grund warum die Anlage nicht so richtig funktionierte
11. und 12.12.2007
Gestern habe ich den Wechselrichter abgeholt und noch diverse andere Arbeiten auf dem Grundstück
durchgeführt. Den Wechselrichter habe ich noch nicht eingebaut, weil ich vorher noch genau die
Betriebs- und Montageanleitung durchlesen wollte um nichts verkehrt zu machen. Schließlich bin ich
kein Elektriker.
Am 12. bin ich um 8 Uhr aufgestanden habe gefrühstückt und danach den "Zirkuswagen" sauber gemacht,
weil ich nicht unbedingt mit dem ganzen Schmutz losfahren wollte. Den Wechselrichter hatte ich noch
nicht eingebaut weil es mir morgens noch zu kalt war. Um 10 Uhr bin ich dann gestartet. In Lameiros
hat mich ein rotes Auto mit portugiesischem Kennzeichen überholt, ein Stück weiter angehalten und
mein Fahrzeug fotografiert. Etwa einen Kilometer vor Monte da Estrada hat mich ein VW-Sharan mit
HEF-Kennzeichen für Bad Hersfeld überholt und angehalten. Ich habe natürlich auch angehalten und
ein sehr freundliches älteres Ehepaar aus der Nähr von Rotenburg/Fulda fragte mich wie man mit
einem Trecker mit Bremer Kennzeichen nach Portugal kommt. Ich habe ihnen erklärt "man muss einfach
nur mit dem Trecker von Bremen nach Portugal fahren". Sie fanden es sehr witzig so zu reisen. Ich
habe Ihnen auch erklärt dass ich ein Jahr mal in Nentershausen gewohnt hatte. Den Gutshof kannten
sie auch und der Name von Baumbach war ihnen durchaus ein Begriff. Sie haben mich dann vor meinem
Trecker fotografiert, haben mir eine gute Fahrt gewünscht und sind weiter gefahren. Hinter Reliquias
habe ich angehalten und endlich meinen Wechselrichter eingebaut. Ging alles sehr gut und funktioniert
auch prima. Jetzt stehe ich am Barragem (Stausee)Monte Rocha und habe mich für die Nacht
eingerichtet. Unterwegs in Richtung Amoreiras Gare hängt seit mindestens einem Jahr ein Paar
Schuhe in der Telefonleitung.
13.12.2007
Als ich heute morgen um 8 Uhr aufstand betrug die Außentemperatur Minus 2 Grad. Im Zirkuswagen war
es immerhin 11 Grad warm. Heute nacht gegen 1 Uhr bin ich aufgewacht weil ich klatschnass geschwitzt
war. Ich musste das Nachthemd ausziehen und Bettdecke und Kopfkissen umdrehen, es war aber nicht
warm im Wagen. Möglicherweise hat es etwas mit der Diabetes zu tun. Morgens war es dafür auch recht
kalt. Nach dem Aufstehen habe ich auch erst einmal die Ritzen an Kopf- und Fußende mit
Küchenrollenpapier zugestopft. Hoffentlich hilfts. Danach bin ich weiter nach Orique und Castro
Verde gefahren. Von dort weiter nach Almodovar und dann weiter Richtung Mertola. Ich stehe jetzt
35 Kilometer vor Mertola. Unterwegs bin ich des Öfteren fotografiert worden und viele Menschen am
Straßenrand zeigen mir mit erhobenen Daumen dass sie meine Art zu reisen gut finden. Gestern Abend
habe ich noch zwei Briefe einen an Sigrid und einen an Irmgard geschrieben. Es ist recht schwierig
in den portugiesischen Ortschaften einen Briefkasten zu finden. In Orique konnte ich nicht anhalten,
in Almodovar stand ein Verkäufer aus einem Supermarkt auf der Straße ihm habe ich die Briefe
gegeben und er hat sie auch gleich in den Briefkasten auf der anderen Straßenseite gesteckt.
Ich habe unterwegs noch einmal 20 Liter Salatöl aus dem Kanister in den Tank gekippt und um mein
Abenteuer vom 6.12. nicht zu wiederholen stehe ich jetzt auf einem Parkplatz an einer abschüssigen
Straße so dass ich notfalls den Trecker morgen früh auch anrollen lassen kann.
14.12.2007
Erst einmal sprang der Trecker wie vermutet nicht an. Ich habe ihn dann erst einmal mit Wagen
anrollen lassen, wobei ich aber nicht bedacht habe dass der Wagen selber auch bremst wenn ich den
Trecker anrollen lasse. Also habe ich das ganze Gefährt auf den nächsten Parkplatz unterhalb meines
Übernachtungsplatzes rollen lassen, den Anhänger abgehängt und wollte dann den Trecker erneut
anrollen lassen. Nun war aber das Gefälle der Straße nicht mehr steil genug und es klappte nicht.
In meiner Not habe ich den Anlasser noch einmal betätigt und siehe da der Trecker sprang an.
Vermutlich hätte ich mir den ganzen Zirkus sparen können aber aus Erfahrungen wird man ja klüger
und nicht dümmer. Hinter Mertola habe ich auf einen Parkplatz angehalten und meine Treppe auf der
Rückseite verkürzt damit ich bei hoch geklappter Treppe trotzdem den oberen Teil der Tür öffnen
kann was bisher nicht ging. Klappte alles sehr gut, die Treppe hat jetzt eine Stufe weniger und
ist etwas steiler als bisher. Das tut dem Komfort aber keinen Abbruch. Die Strecke ist wunderschön
und ich wollte ein paar Aufnahmen machen aber leider waren wieder einmal die Batterien im Fotoapparat
leer und ich muss sie erst aufladen. Jetzt stehe ich kurz hinter der Grenze zur Algarve auf einem
Parkplatz direkt an der Straße aber so dass ich notfalls den Trecker auch anrollen lassen kann.
Draußen sind es 10 und im Wagen 20 Grad, vermutlich muss ich heute Abend den Ofen nicht anheizen.
15.12.2007
Die Nacht und der Tag haben mir viele Aufregungen verschafft aber der Reihe nach. Ich wachte Nachts
um 1 Uhr auf weil ich dringend aufs Klo musste, ich hatte ziemlich schlimmen Durchfall das ging die
ganze Nacht so. Ich bin kaum noch vom Pott runter gekommen. Morgens um 6 Uhr habe ich dann zwei
Imodium genommen, was natürlich nicht sofort half und um 8 Uhr noch einmal zwei. Nachher habe ich
auf der Packungsbeilage gelesen dass man als Erwachsener höchstens eine tagsüber und eine Nachts
nehmen soll. Jedenfalls bin ich dies Problem erst einmal los. Ich bin dann erst einmal nach Alcoutim
gefahren, weil ich hoffte dort eine Brücke über den Guardiana zu finden. Dem war aber nicht so.
In der Stadt am Flussufer war es so eng dass ich nicht wenden konnte und hatte Trecker und Wagen
so gefahren dass ich weder vor noch zurück konnte. Sofort kamen zwei Deutsche um mir zu helfen,
sie leben dort und wir bekamen gemeinsam das Gespann ziemlich schnell flott und ich konnte weiter
fahren. R. M. aus Sao Luis hatte mir erzählt das es eine Furt gibt durch die man gut fahren kann.
Die gibt es auch bei Mesquita ich bin dorthin gefahren, jedoch zum Glück nicht ganz bis dorthin.
Erst einmal ging der Caminho so steil bergab dass der Trecker von dem Wagen geschoben wurde. Als
ich in die Nähe des Flusses kam wurde das Gefälle so stark dass ich angehalten habe um das Ganze
zu Fuß zu erkunden. Das Gefälle auf unbefestigter Schotterpiste betrug mindestens 30 %, wenn nicht
sogar noch mehr. Ich bin da nicht runter gefahren, hatte aber allergrößte Mühe den Wagen zu wenden.
Es ging nur über eine schmale Grabenüberfahrt auf einen kleinen steilen Platz der so eng war dass
ich dort auch nicht wenden konnte. Ich habe den Wagen abgehängt, zum Glück habe ich zwei große
Bremskeile vom LKW, die mir hierbei sehr nützlich waren und habe den Wagen an das vordere Zugmaul
angehängt und ihn vorsichtig zurück auf den Caminho rollen lassen. Als ich ihn dann an das hintere
Zugmaul des Treckers anhängen konnte, musste ich im ersten Gang den Berg herauf fahren sonst hätte
der Trecker es gar nicht geschafft. Wenn ich R. irgendwann mal sehe, werde ich ihm sagen dass er
mich fast ins Verderben gestürzt hat. Unterwegs nach Mertola hat mich noch die Polizei angehalten,
wollten aber nur wissen woher ich käme und wohin ich wollte. Sie waren sehr erstaunt als ich sagte
dass ich aus Alemanha käme und mir Europa anschauen wollte. Sie wünschten mir noch ein Boa Viagem
und ich durfte weiterfahren. Etwa zwei Kilometer habe ich einen Parkplatz gefunden auf dem ich jetzt
stehe und den Trecker habe ich weiter oben am Berg abgestellt, damit ich ihn morgen früh anrollen
lassen kann.
16.12.2007
Ich habe den Trecker anrollen lassen aber ersprang nicht an. Ich habe ihn dann neben den Wagen rollen
lassen und noch einmal den Anlasser betätigt und siehe da, er sprang an. Ich bin dann über Mertola
weiter nach Mina de Sao Domingos und weiter nach Vila Nova de Sao Bentos. Unterwegs hatte ich noch
überlegt zu tanken, habe es aber gelassen weil ich dachte sowieso bald in Spanien zu sein wo der
Sprit billiger ist. Ich habe das sehr bereut, weil es immer später und kälter wurde, ich aber nicht
anhalten konnte um die Nacht zu verbringen, weil sonst der Trecker am nächsten Morgen nicht mehr
angesprungen wäre. Die Tankstelle in V. N. de Sao Bento war geschlossen und so musste ich noch 15
Kilometer bis zu der nächsten Tankstelle in Spanien fahren. Dort habe ich dann aber auch gleich
für 75,- Euro getankt und etwa einen Kilometer weiter bis zum nächsten Ort gefahren. Direkt am
Ortseingang ist ein großer Parkplatz und dort stehe ich.
17.12.2007
Heute Nacht bin ich mehrmals von einem röchelnden Geräusch geweckt worden dass sich in regelmäßigen
Abständen wiederholte. Nachher stellte sich heraus das dies ein offensichtlich heiserer Hahn war,
je mehr es auf den Morgen zuging wurde seine Stimme auch klarer jetzt röchelte er nur noch am
Schluss. Heute bin ich nur auf der N 433 von Rosal de la Frontera bis nach Aracena gefahren. Die
Fahrt ging nur durchs Gebirge und es ist so kalt dass ich mir zwischendurch eine lange Unterhose
und dicke Winterstiefel angezogen habe. Der Blinker ist wieder einmal kaputt gegangen. Ich werde
morgen das andere Relais einzubauen wenn das nicht hilft muss ich eine Werkstatt suchen die den
Fehler beheben kann.
18.12.2007
Der Blinker funktionierte heute Morgen wieder dafür funktionierte aber das gelbe Rundumlicht und die
Warnblinkanlage nicht mehr. Verdammte Technik von der ich keine Ahnung habe. Ich bin von Aracena bis
nach El Garrobo gefahren und befind mich etwa 40 Kilometer vor Sevilla. Ich habe mich am Ortseingang
auf einen Platz gestellt auf dem mehrere Container stehen. Ich habe meinen Werkzeugkasten rausgeholt
und die Armaturenkonsole abgeschraubt und von dem Schalter für das Rundumlicht die Stecker abgezogen
und wieder aufgesteckt, konnte aber mit dem Stromprüfer keinen Strom entdecken. Vermutlich bin ich
auch zu doof dafür. Habe dann versucht meinen Mieter anzurufen um ihn zu fragen woran möglicherweise
der Fehler liegen könnte, habe aber keine Verbindung bekommen. Ich habe die Konsole wieder
aufgeschraubt und siehe da das Rundumlicht als auch die Warnblinkanlage funktionieren wieder,
warum weiß ich allerdings nicht.
19.12.2007
Morgens blies der Wind kräftig durch die Ritzen der hinteren Tür und ich nahm mir vor Abends die
Ritzen mit Zinkblechstreifen abzudichten. Ich fuhr weiter in Richtung Sevilla aber diesmal nicht
auf der Nationalstrasse sondern auf kleinen Nebenstrassen in Richtung Olivares. In Olivares habe
ich mich leider verfahren und befand mich sofort in Albaida del Aljaraffe. Die Strasse war so eng
dass ich nicht wenden konnte, deshalb fuhr ich durch den Ort in der Hoffnung am Ende einen Platz
zum Wenden zu finden. Am Ende des Ortes ging die Strasse plötzlich steil bergab und nach 100-150
Metern gab es eine scharfe Rechtskurve. Es gab auch kein Hinweisschild auf dieses starke Gefälle
und es war auch vorher nicht zu erkennen. Da ich ungebremst auf diese Gefällstrecke kam konnte ich
Trecker und Anhänger auch nicht mehr abbremsen und der Anhänger schob den Trecker vor sich her.
In der Rechtskurve kippten schließlich Anhänger und Trecker auf die linke Seite um und ich flog im
hohen Bogen aus dem Trecker raus und fand mich mit mehreren Platzwunden am Kopf und einer Ohnmacht
nahe auf der Strasse wieder. Beim "Zirkuswagen" war die Vorderachse komplett abgerissen und beim
Trecker fehlte das Dach mitsamt dem ganzen Dachaufbau. Die Frontscheibe war rausgeflogen und lag
kaputt vor dem Trecker und der ganze Aufbau war völlig deformiert. Der linke hintere Kotflügel sowie
der gesamte Blechaufbau sind völlig verbogen und der Auspuff ist am gusseisernen Krümmer abgebrochen.
Das gesamte Öl ist ausgelaufen.
 Der Zirkuswagen nach dem Unfall in Spanien
Ich befand mich in einem nicht weniger desolaten Zustand wie mein Trecker und sehr schnell kam die
Polizei und auch ein Krankenwagen. Ich hatte ziemlich starke Schmerzen im Rücken am Brustkorb und an
der linken Schulter. Erst einmal ließ man mich in dem Krankenhaus auf einer schmalen harten Pritsche
liegen und nach etlichen Stunden stellte eine Krankenschwester fest dass ich auf einem zusammen
geklappten Eisengestell lag dass dort jemand liegen gelassen hatte. Nachdem dies fortgenommen war,
ging es mir schon wesentlich besser. Ich wurde von allen Seiten geröntgt und Nachts wurde noch eine
Computertomographie gemacht und anschließend kam ich von der Aufnahmestation auf die Wachstation in
ein normales Bett. Schlafen konnte ich dennoch nicht weil ich unsägliche Schmerzen in der linken
Seite hatte und es außerdem recht laut war, hinzu kam dass der ganze Raum während der ganzen Nacht
taghell erleuchtet war.
Meine Telefone befanden sich Beide im Zirkuswagen und so konnte ich nicht telefonieren. Am nächsten
Tag gelang es mir nach stundenlangem Bitten meine Schwester anzurufen, die dann auch wiederum den
ADAC benachrichtigen konnte. Neben der ADAC-Pluskarte habe ich auch noch einen Auslandskrankenschutz
und eine Auslandsunfallversicherung. Der ADAC hat sofort gegenüber dem Krankenhaus die
Kostenübernahme zugesichert und mich am 24.12. mit einem spanischen Krankenwagen nach Portugal
bringen lassen. Mein Bruder Alexander hat über viele Ecken einen Deutschen in Sevilla ausgemacht
der mich mit seiner spanischen Verlobten in seiner Wohnung aufgenommen hat. Dieser Daniel Schott hat
sich um alles gekümmert, mich Nachts wenn ich Schmerzen hatte versorgt, mit mir zweimal bei meinem
Zirkuswagen gewesen, bei der Polizei verwahrte Dinge abgeholt und war mit meiner äußerst
schmerzhaften gebrochenen Rippe ein wahrer Samariter. Ich war und bin Herrn Schott unendlich
dankbar für das was er für mich getan hat. Mein Trecker und der "Zirkuswagen" sollen am 27.12.
nach Portugal gebracht werden
Das mit dem Rücktransport am 27.12 hat natürlich nicht geklappt und ich bin am 27.12. noch einmal
mit einem von einer deutschen Nachbarin geliehen VW-Polo nach Spanien gefahren um einige Sachen aus
dem "Zirkuswagen" zu holen. In Spanien habe ich dann Herrn Schott angerufen um mich mit ihm zu
treffen, weil er den Schüssel für das Vorhängeschloss vom Wagen hatte. Wir haben uns am Wagen
getroffen und da es schon dunkel wurde, bestand Herr Schott darauf dass ich bei Ihnen übernachten
solle. Ich habe dies Angebot gerne angenommen und so konnte ich am nächsten Tag in aller Ruhe den
Wagen aufräumen, saubermachen und allen Müll und kaputt gegangene Sachen fortwerfen, das war aber
nicht viel.
Nach endlosen Telefonaten klärte sich dass der Transportunternehmer auf gar keinen Fall die Sachen
die bei der Polizei gelagert waren abholen könnte. Ich bin daraufhin am 5.1.08 noch einmal nach
Spanien gefahren um bei der Polizei die Sachen abzuholen. Ich glaubte noch zu wissen wo sich die
Polizeistation befindet und ich bin guten Mutes dorthin gefahren. Dort war aber keine Polizeistation
und ich bin den ganzen Ort abgefahren um die Polizei zu suchen. Es gab zwar ein sehr ungenaues
Hinweisschild aber spanische Hinweisschilder zu lesen ist eine ganz besondere Kunst die ich nicht
beherrsche. Ich wollte schon aufgeben und unverrichteter Dinge wieder nach Portugal fahren als mir
plötzlich ein Polizeiwagen entgegen kam. Ich stieg aus um sie anzuhalten und die beiden Polizisten
haben mich gleich freudig begrüßt, es waren die Gleichen die damals den Unfall aufgenommen haben.
Ich bekam alle Sachen bis auf die Ersatzräder mit. Die Ersatzräder wollte die Polizei zu dem Wagen
bringen und so fuhr gut bepackt wider nach Hause.
Am nächsten Tag bekam ich wieder einen Anruf vom ADAC-Barcelona mit der definitiven Zusicherung dass
Traktor und Wagen am 16.1.08 nach Portugal gebracht werden.
15.01.2008
Heute war ich mit Peter Noßeleit, mit dem ich schon seit Jahren befreundet bin wieder einmal in
Spanien. Hintergrund ist die Nachricht vom ADAC dass wohl der Trecker, nicht aber der Wagen nach
Portugal gebracht werden können. Peter Noßeleit spricht spanisch und als wir auf den Pferdehof
kamen, war der Trecker bereits abgeholt. Wir haben uns um eine Werkstatt gekümmert die den Wagen
hoffentlich repariert. Jetzt entsteht die kuriose Situation dass der Wagen in Spanien und der
Trecker in Portugal repariert wird und ich nachher mit dem Trecker nach Spanien fahren muss um den
Wagen nach Portugal zu holen. Das ist wirklich gekonnte Koordination vom ADAC.
16.01.2008
Heute bekam ich den Anruf dass sich das Transportfahrzeug mit dem Tecker bereits in Sao Luis befindet
aber nicht zu mir fahren kann. Ich bin dann in den Ort gefahren und der Trecker wurde auf einen
Parkplatz neben der Hauptstrasse abgeladen. Ich habe den Zündschlüssel ins Zündschloss gesteckt und
nach kurzem Vorglühen sprang der Motor auch an und ich konnte den Trecker nach Hause fahren.
Mein Mieter sagte nur als er den Schaden sah dass es ein Wunder sei, dass mir dabei nicht mehr
passiert sei.
Die Reise des Reisenden Ritters ist damit erst einmal beendet aber noch nicht endgültig aufgegeben.
Wenn Trecker und Wagen wieder hergerichtet sind, werde ich aller Wahrscheinlichkeit nach die Reise
neu beginnen. Von solch kleinen Missgeschicken lasse ich mich nicht aufhalten.
Aber wer weiß wann das sein wird.
Nachtrag 2009:
Dieses Jahr habe ich mein Zirkuswagen verkauft, denn wenn ich nocheinmal eine
Reise mit dem Traktor unternehme, dann sicherlich mit einem leichteren, und damit
weniger unfallträchtigem, Anhänger.
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 Mein Haus in Sao Luis
 Die Solaranlage
 Schuhe in der Telefonleitung
 Störche an der Strasse nach Orique
 Storch
 An der Grenze Algarve-Alentejo
 Bei Alcotim
 Oberhalb von Alcotim
 Bei der angeblichen Furt
 Bei Mesquita
 auf dem Weg nach Mertola
 Mertola
 Mertola von der anderen Seite
 Eigentlich sollten nur die Pferde drauf sein
 auf dem Weg nach Sevilla
 Ein Blick ins Innere nach dem Unfall
 Unfallschaden von vorne
 und von vorne
 Der Krankenwagen der mich nach Portugal brachte
 Im Krankenhaus

Meine Gastgeber in Sevilla
 Ehepaar Schott
 Sevilla Praca de Espanha
 Der Traktor ist wieder in Portugal
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